Garten-News
September 23 | Pflanze der Woche XII
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Bodyguards auf der Schatzalp
Schöne Pflanzenkombinationen die auch langfristig funktionieren sind gefragt. Im „Big Five Garten“ sehen wir Clematis orientalis mit Geranium Wallichianum-Hybr. ‚Crystal Lake‘ vergesellschaftet.
Es geht um mehr als nur um Schönheit, diese Kombination erfreut uns schon einige Jahre. Die Geranium wallichianum kommen aus Nepal und wachsen dort in lichten Wäldern, an Waldrändern und im Gestrüpp auf Wiesen. Sie können in Europa im Winter bei Kahlfrösten auch schon mal ausfallen.
Aber mit einem Bodyguard wie den Clematis orientalis sind sie geschützt. Die Triebe der Clematis legen sich auf die im Spätherbst einziehenden Storchschnäbel und sorgen so für deren Winterschutz, auch wenn es einmal nicht so viel Schnee gibt.
Das Bild zeigt Geranium Wallichianum-Hybride ‚Crystal Lake‘ mit Clematis orientalis
August 23 | Pflanze der Woche XI
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Die Wetterdisteln
Die Wetterdisteln schliessen ihre Blüten, bei Regen und zunehmender Bewölkung, welch passender Name. Sie schützen so ihre Samen die bereits heranreifen.
Wir kennen unsere heimischen Carlina acaulis, auch Silberdistel genannt, sie wachen in unsere Gegend, meist am Wegesrand und Waldsäumen und vertragen enorme Trockenheit. Welche Freude, nicht nur für die Insekten. Sie stehen übrigens unter Naturschutz. Die Schwester der Silberdistel, wie sollte es auch anders sein, ist die Golddistel. Sie kommt aus den gebirgigen Zonen des südlichen Mitteleuropas und verlangt ebenso heisse, trockene, kalkige Standorte. Ihr Name lautet Carlina acanthifolia, übersetzt die acanthusblättrige Distel.
Es handelt sich hier im Gegensatz zur Carlina acaulis um eine monokarpe Art. Sie stirbt also nach der Samenreife. Und muss, will man sie behalten, immer wieder nachgezogen werden.
Das Bild zeigt Carlina acaulis (Silberdistel)
August 23 | Pflanze der Woche X
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Zauberhafte Weidenröschen
Es gibt etwa 215 Arten dieser Gattung. Sie haben schon manchen Gärtnerisch interessierten erschrocken. Ihr Ausbreitungsdrang ist den unterirdisch wachsenden Rhizomen geschuldet. Besonders unser heimisches Epilobium angustifolium, das schmalblättrige Weidenröschen, sorgt für nicht immer angenehme Überraschungen, es breitet sich, als typische Pionierpflanze, an zusagenden Stellen, auf sauren Böden stark aus. Die leuchtenden rosa, bis purpurroten Blütenstände bringen Farbe in die Landschaft. Auch die Samen fliegen weit und sollten im Garten abgeschnitten werden. Dennoch sind die Blüten bezaubernd. Die weissblühende Form Epilobium angustifolium fo.albiflorum erscheint uns, da selten, als besonders reizvoll. Wir finden sie in der Natur meist in Schlagflurgesellschaften. Im Garten muss sie stark wachsende Partner haben, oder dort gepflanzt werden, wo die Rhizome sich nicht weiter ausbreiten können.
Das Bild zeigt Epilobium angustifolium fo. albiflorum
August 23 | Pflanze der Woche IX
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Lilienzeit
Viele der bekannten und unbekannten Gartenlilien kommen ursprünglich aus den Hochstaudenfloren und Gehölzrändern des Himalayas. Hier, Guggerbachtal-Alpinum auf der Schatzalp, zeigen wir eine wunderbare rare Wildform, Lilium lijiangense, aus Ost Tibet und West Sichuan, sowie aus dem Norden von Yunnan. Die Wald und Waldrandpflanze wächst im Schutz von kleinen Gehölzen auch bis ins Grasland, in nährstoffreichen und gut durchlässigen Böden. Die schönen gelben, oft violett, oder bräunlich getupften, duftenden Blüten sitzen einzeln oder mit bis zu 6 nickend in einer herabhängenden Traube und schauen sehr apart aus. Die Einzelblüten scheinen geradezu in der Luft zu schweben. Die Art kann stark variieren und wird deswegen auch unter anderen Namen, wie L. ninganense und L. huidongense geführt.
Sie wächst in einer Höhe von etwa 3300 m über dem Meer.
Das Bild zeigt Lilium lijiangense am Standtort im Guggerbachtal-Alpinum
August 23 | Pflanze der Woche VIII
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Zwischen Gardasee und Comer See
Die Elisabeth-Lichtnelke, oder auch das grossblütige Leimkraut, Silene elisabethae, kommt aus den Südalpen und trotzt dem Schneeregen. Die kalkliebende Felsenpflanze steht im Guggerbachtal-Alpinum im Tuffsteingarten. Sie gehört, gärtnerisch gesehen, zu den anspruchsvolleren alpinen Arten und ist eher kurzlebig. Darum sollte immer der Samen geerntet werden, der wie bei den meisten Caryophyllaceae (Nelkengewächsen) leicht keimt und aus dem sie gut nachzuziehen ist. Ihre lange, etwas verholzte Wurzel macht eine Teilung unmöglich, eignet sich aber wunderbar um durch Felsspalten in die Tiefe zu wachsen und die Pflanze zu ernähren. Der Name wurde vom österreichischen Botaniker Georg Jan (1791-1866) gegeben und ehrt Maria Elisabeth von Savoyen-Carignan (1800-1856). Sie war die Frau des Vizekönigs Rainer von Österreich (1783-1853) von Lombardo-Venetien.
Die bis zu ca. 15-20 cm hoch werdende Pflanze blüht im Juli-August, in rosa Farbtönen die leicht variieren können, sehr selten kann sie auch weiss blühen.
Das Bild zeigt das Elisabeth-Leimkraut am Standort im Guggerbachtal-Alpinum
Juli 23 | Das botanische Wochenende
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Wie schmeckt der Sumpfdreizack
Auf der Schatzalp fand gerade wieder das botanische Wochenende statt. Thema war dieses Mal «Tiere im Garten». Im Programm eingebettet war auch die GV des Vereins der Freunde des botanischen Gartens.
Vor allem der Freitag war mit zwei Vorträgen den tierischen Mitbewohnern der Gärten gewidmet. Am Morgen präsentierte der wissenschaftliche Illustrator Dani Pelegatti «Insekten Querbeet – Der Garten als Lebensraum». Mit seinem Blick für das Detail und der Freude am vielfältigen Ganzen eröffnete er einen faszinierenden Blick auf dessen krabbelnde, summende und fliegende Lebensgemeinschaft. Mit geflügelten Bewohnern ging es am Nachmittag weiter. Dem Garten als Lebensraum von Vögeln und anderen Wirbeltieren widmete Gartendirektor Klaus Oetjen ein informatives Referat.
Dann besammelten sich die Mitglieder des Vereins Alpinum – die Kurzform für den oben erwähnten Verein – für die Generalversammlung. Mit grosser Freude durften sie von einer grossen Spende Kenntnis nehmen, die dafür gesorgt hat, dass die Finanzen des Unterstützungsvereins für einmal deutlich im Plus abschliessen konnten. Nicht lange allerdings, denn das Budget 2024 zeigt bereits wieder ein Minus. Die Zuwendung wird gemäss dem Wunsch der Spender bis dann für die Beschilderung im Alpingarten verwendet worden sein. «Seit diesem Jahr ist das Alpinum Mitglied bei «Botanic Garden Conservation International», berichtete Vorstandsmitglied Fabian Reppel ausserdem. Das erleichtere dem Alpinum den Samenaustausch mit anderen gleich gelagerten Gärten enorm. Vom Sumpf …
Am Samstag ging es dann hinein ins Dischma, wo zwischen Dürrboden und Teufi unter der Führung der Botanikerin Benjamas Ramsauer botanisiert wurde.
Ihre Leidenschaft für die Botanik entdeckte die urspünglich aus Thailand stammende Frau aufgrund schweizerischer Löwenzahnwiesen. Etwas, das sie aus ihrer thailändischen Heimat nicht kannte. Mittlerweile machte sie ihre Faszination zum Beruf und erstellt Pflanzeninventare für verschiedene Institutionen. Vor allem aber teilt sie als ausgebildete Exkursionsleiterin ihre Begeisterung mit anderen. Im Dürrboden mit seinen eher sauren Lebensräumen konzentrierte man sich vor allem auf die Vielzahl an in Flach- und Hochmooren vorkommenden Pflanzenarten. Das sind Lebensgemeinschaften, die im Unterland streng geschützt sind, sich hier in den Bergen aber bereits an Bachläufen zeigen können und von Kühen und Pferden beweidet werden. Ein Höhepunkt war die Begegnung mit dem Sumpf-Dreizack (Triglochin palustre). Sein Name stammt von seinem Saatstand, der einem Neptun-Dreizack ähnelt und so gut zu seinem Lebensraum im und nahe dem Wasser passt. Ramsauer empfahl, die Pflanze auch zu verkosten. Der besondere Geschmack sei hier aber nicht verraten, sondern bleibt den Teilnehmenden vorbehalten…. zur Windkuppe
Auch bei den Windkuppengesellschaften mit den verschiedenen Heidekrautgewächsen wie Krähenbeere (Empetrum nigrum) und Rauschbeere (Vaccinium gaultherioides) hielt man sich lange auf.
Etwas weitertalwärts waren es die Hochstaudenfluren mit dem Alpendost (Adenostilis alliariae) in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Grün-Erlen, die es ausführlich zu besprechen gab. So erklärte Ramsauer ausgestattet mit Lupe und kleiner Tafel besondere Merkmale und Unterschiede der Arten sehr detailliert. Damit machte sie den Ausflug sowohl für Laien als auch für Profis äusserst interessant. Den Abschluss des botanischen Wochenendes bildete am Sonntagmorgen ein von Oetjen geführter Rundgang durch die Gärten: «Vom klassischen Steingarten bis zum Spaltengarten».
Genaueres Hinschauen enthüllt: Hier wächst nicht die Gemeine Schafgarbe, sondern ihre Verwandte,
die Moschus-Schafgarbe, auch als Ivakraut bekannt.
Juli 23 | Pflanze der Woche VII
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Glockenblumenzeit
Willkommen im Glockenblumen-Dschungel, die Campanula sind eine der vielgestaltigsten Gattungen. Es gibt unter den über 300 Arten kleine Zwerge von nur wenigen Zentimetern und Riesen die bis zu 2 Metern hoch werden können.
Die breitblättrige Waldglockenblume, Campanula latifolia, ist die grösste der Gattung. Sie kommt aus Europa, Sibirien und auch aus dem Iran, von dem aus sie sich bis in ihr Hauptverbreitungsgebiet, dem Kaukasus zieht.
Sie blühen blau oder auch weiss und lassen sich in Park- und Gartenanlagen gut verwenden. Sie können sich an zusagenden Stellen stark versamen, wachsen jedoch horstig, also ohne unterirdische Ausläufer auszubilden.
Somit kann man durch einen Rückschnitt vor der Samenreife ihren Ausbreitungsdrang zügeln. Es ist eine Pflanze die sich wunderbar mit anderen Grosstauden, wie dem Waldgeissbart, den Hosta und Euphorbien vergesellschaften lässt.
Das Bild zeigt den Glockenblumen-Dschungel im Jugendstil-Garten
Juli 23 | Pflanze der Woche VI
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Allium nicht nur zum Essen.
Die Gattung Allium ist sehr vielgestaltig, es gibt über 800, vielleicht sogar über 1000 Arten. Sie sind über die gesamte nördliche Halbkugel verbreitet.
Unter ihnen finden wir viele Arten die in den Küchen weltweit genutzt werden. Zum einen das Laub und zum anderen auch die Zwiebel. Die alpinen Arten sind zum Teil sehr begehrt und rar.
Einer der Schönsten kommt aus den italienischen Alpen, er wächst zwischen dem Comer See und dem Garda See auf bis zu 2100 m. ü. M.
Passend trägt er den Namen Allium insubricum, ihre rosa bis weinroten, hängenden Blüten sind doldenartig, glockenförmig zusammengefasst.
Das Bild zeigt Allium insubricum (insubrischen Lauch) am Standort im Guggerbachtal-Alpinum
Juli 23 | Pflanze der Woche V
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Die Zeit der Fingerkräuter ist angebrochen.
Wir finden weltweit über 500 verschiedene Potentilla Arten, darunter viele verschiedene Wuchsformen, Stauden und auch verholzte Species. Dennoch sind die wenigsten der Allgemeinheit wirklich bekannt.
Viele sind gelb blühende Wiesenpflanzen, andere flach wachsende früh blühende Polster. Das Dolomiten-Fingerkraut ist in den Südalpen, wie auch in den Apennin verbreitet, es wächst zwischen 1300 und 3100 m über dem Meer, an sonnigen Standorten im Kalkgestein.
Es blüht im Farbspektrum von weiss, über zartrosa bis rosa. Die Blütenform mit den 5 Blütenblättern zeigt uns das es zu den Rosengewächsen gehört. Die drei bis fünfteiligen Blätter, von denen bei vielen Arten 2 am Grunde versteckt sind gaben den Potentilla den Namen, oft werden sie mit Erdbeeren verwechselt, welche lt. neusten Bestimmungen, nun ebenso zu der Gattung gehören.
Das Bild zeigt Potentilla nitida (niederes Fingerkraut) am Standort im Alpinum
Juli 23 | Workcamp auf der Schatzalp
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Workcamp auf der Schatzalp
Wie seit vielen Jahren üblich sind aktuell wieder acht Freiwillige von «Service Civil International» auf der Schatzalp zugange.
Während ihres zwei Wochen dauernden Einsatzes sind sie vor allem in der Arbeit gegen die Lupinen tätig. Dies dient dem Erhalt von Lebensbereichen, da die Einwanderer aus Nordamerika gerne ganze Gebiete überwuchern. Daher werden sie an schützenswerten Stellen ausgegraben und an anderen Stellen vor der Aussaat zurückgeschnitten. Um die Biodiversität auf den Wiesen der Schatzalp hochzuhalten, wird dort generell mit Handsicheln und Sense, anstatt mit Fadenmäher oder Motorsense gearbeitet. Umso wichtiger ist daher die manuelle Arbeit der Freiwilligen, die ausserdem beim Jäten von Unkraut und dem Sterilisieren des Kompostes zum Einsatz kommen.
Einige Freiwillige kommen immer wieder wie etwa Ana, die 2010 zum ersten Mal auf der Schatzalp war und nun den 3. Einsatz leistet. Für sie ist es ein besonderen und magischer Ort. «Mir liegen die Vielfalt und die Natur am Herzen. Darum sollte ein solcher Garten mindestens 1000 Jahre erhalten bleiben», sagt sie. Ausserdem geniesst sie die Ruhe und, dass sie vom grossen Wissensschatz im Alpinum profitieren kann. In dem Team erhalte sie ausserdem Einblick in andere Kulturen, andere Generationen und Gedankenwelten, mit denen sie sonst im Alltag keine Berührung habe, ergänzt sie.
Das Bild zeigt die Gruppe der freiwilligen HelferInnen organsiert durch den Service Civil International in Zusammenarbeit mit dem Alpinum Schatzalp

















